Manfred Schweigkofler

  • Manfred Schweigkofler became the Chief Executiv and Artistic Director of the Bolzano City Theatre in 2001, which - under his guidance - has experienced an internationally recognized upswing. Particularly in the field of dance and crossover his work has been highly praised by both the public and the media.

     

    Between 2002 and 2012 Manfred Schweigkofler has been also responsible as general and artistic director for the international dance festival “Bolzano Danza”, which in 2012 is celebrating its 28th edition.

     

    He learned the stage business by working his way up from the very bottom: for many years he was an actor himself, he has been directing plays for the past 18 years, was the lead singer in a rock band for nearly twenty years and has both created and organized numerous cultural events. In 1989 he formed his first theatre group, and directed the first “Kleinkunstkeller” in Bolzano. In 1992 he was co-founder of the “Vereinigten Bühnen Bozen“ and in 1996 he co-founded the “Carambolage” theatre. The same year he created and co-founded the “Musical School” in Bolzano.

     

    In 1999/2000 he is deputy commissioner general at the Expo 2000 in Hannover.

     

    Manfred Schweigkofler is also active in cultural management and for ten years 1991-2000 he was the artistic director of the international Festival “Cabarena”. As a former co-owner of a communications’ company and a publishing house he is also well prepared about the communicative and legal aspects of the theatre world.

     

     

    Since 2004 he is concentrated in the direction and production of his own works. His productions including Rockquiem, an original rock dance performance of Mozart’s Requiem after his own idea and conception, Le Fee du Rhin, the first complete production of the unknown Offenbach Opera, Steel, a popular dance show focusing on the theme steel, and a dance performance of Matthäuspassion by J.S. Bach in collaboration with Ismael Ivo, have had great success in Italy, as well as Hungary, Austria, Switzerland, Norway, Slovenia and Czech Republic.

    In january 2009 he directed the higly acclaimed fist staging of Boesman´s Julie in Italy, in 2010 Elektra for the opera houses in Ferrara, Piacenza, Modena and Bolzano. In 2011 he staged Beethoven´s Fidelio for Bolzano and Ravenna and Gounod´s Romeo & Juliette for the Opera Company of Philadelphia, and later in Piacenza, Modena and Bolzano (2011);

    In 2012 he staged Salome for the opera house in Modena, Piacenza and Bolzano and the italian premiere of Zemlinsky´s Der König Kandaules for Teatro Massimo di Palermo; in october he started his “Gothic Verdi Project” with Don Carlo for the Finnish National Opera in Helsinki. In 2013 he staged the first Rusalka ever at the San Carlo di Napoli and Don Carlo at the statny opera Prague (March 2013).

    In november 2014 he returns to the San Carlo di Napoli with Salome.

     

    Born in 1962, married to Dorotea for 24 year now, 4 children and grandchild.

     

    Manfred Schweigkofler

    Via dei Portici 22

    39100 Bolzano, Italy

     

  • Ich mag Geschichten und Emotionen

    Ich bin – mit Stolz - ein sehr konservativer Regisseur. Ich mag Geschichten, Storys. Und ich mag Emotionen. Geschichten und Emotionen sind das Wesen und das Wesentliche des Theaters.

    Das Theater ist ein Ort des emotionalen Geschichten-Erzählens.

    Menschen brauchen Geschichten. Geschichten sind kein Optional, sie sind wesentlich für unsere Entwicklung und unser Leben. Unserer Gesellschaft ist aber das Geschichtenerzählen abhanden gekommen. Die Großmütter fehlen, die den kleinen Kindern Geschichten vorgelesen haben. Die Väter fehlen, die noch Zeit haben für eine Gute-Nacht-Geschichte mit ihren Söhnen und Töchtern.

    Das Theater ist aber der Ort, wo wir das Geschichten-Erzählen pflegen und wir können damit einen Urbedarf des Menschen - auch des heutigen modernen, aufgeklärten, post-postmodernen Menschen - decken. Geschichten regen die Fantasie der Menschen an, das ist eine soziale Tätigkeit in einer fantasiearmen Gesellschaft.

    Theater kann nach wie vor Geschichten erzählen. Das ist die Stärke des Theaters: eine Geschichte, live und leibhaftig auf der Bühne, mit echten Menschen „aus Fleisch und Blut“. Geschichten erzählen kann nichts und niemand so gut wie das Theater. Und wir sollten im Theater weiterhin das tun, was wir besser können als andere Formen der Kunst. Sonst braucht es uns nicht mehr.

    Emotionen sind in der Post-Postmoderne uncool und altmodisch geworden. Ich glaube weiterhin und dennoch und felsenfest an sie. Mich interessieren Emotionen mehr als alles andere. Im Theater suche ich Trauer, Freude, Tränen, Lachen, Mitgefühl, Ablehnung seitens der Zuschauer.

    Wenn sich das Theater nicht darauf besinnt, was es kann - was es besser kann als andere Künste - verliert es die Daseinsberechtigung, bzw. bleibt es leer. Geschichten leben durch die Emotionen, die sie vermitteln und auslösen. Sonst bleibt die Geschichte langweilig.

    Die Tragik vieler „zeitgenössischer" Inszenierungen liegt darin, dass die sog. Kreativen den Geschichten nicht mehr vertrauen. Man meint, die Geschichten trügen nicht mehr. Und deshalb erfinden Regisseure mit wenig Talent neue Geschichten und stülpen sie der ursprünglichen über und ver-stülpen sie. Ich staune immer wieder über die Überheblichkeit mancher Theaterleute, die meinen, sie müssten Shakespeare oder Hofmannsthal verbessern, korrigieren. Wenn ein Regisseur einen Text streichen oder umarbeiten muss, dann hat er meistens keine bessere Idee, sondern er hat - mit großer Wahrscheinlichkeit - die Vorlage nicht ganz verstanden oder nicht intensiv genug bearbeitet. Ein Konzept genügt nicht, man darf nicht bei einer (1) - wenn auch guten - Idee hängen bleiben und dann Künstler und Zuschauer in diese eine (1) Idee zwängen. Viele Regisseure haben kein Handwerk mehr und keine Erfahrung im Geschichtenerzählen. Wenn man aber das Handwerk nicht versteht, was hat man dann in der Werkstatt zu suchen?

    Kunst ohne Handwerk und ohne Emotion ist sehr arm. Deshalb ist vieles in der zeitgenössischen Kunstproduktion sehr, sehr arm!

    Theater als „moralische Anstalt"

    Das „prodesse et delectare" (Unterhalten und Belehren) der Ars Poetica des Horaz ist für mich immer noch ein anstrebenswertes Ideal für die Bühne. Theater, ob Schauspiel, Tanz, Oper, Musical bleiben von ihrer Stoßrichtung und Motivation im Wesentlichen „Entertainment", sogar wenn es Kunst ist.

    Durch die so genannte „Unterhaltung" des Publikums schafft man aber die ideale Voraussetzung für das Belehren. Man lockt das Publikum quasi in eine Falle.

    Teatro Musicale

    Opern sind ihrem Wesen nach „teatro musicale", aber eben teatro. Musikalisches Theater. Gesungenes Theater. Die Gesangeskunst allein genügt nicht mehr, auch weil es wohl nicht mehr so viele grandiose Sänger gibt, die allein mit ihrer Gesangstechnik Geschichten und Emotionen erzählen und damit die Menschen in ihren Bann ziehen konnten.

    Die Musik ist das Herz der Oper, der Text der Verstand. Der Komponist gibt den Herzrhythmus vor, in dem nun alles zu funktionieren hat. Also geht aller Ansatz von der Musik aus. Deshalb ist das Regietheater nur eine bizarre Randnote der Operngeschichte, eine räumlich und zeitlich begrenzte Erscheinung. Das Regietheater hat der Oper kaum weitergeholfen. Es hat kaum neues Publikum gebracht und altes verscheucht. Das hat auch damit zu tun, dass sich viele Regisseure kaum mehr auskennen und sich nicht adäquat vorbereiten.

    Aktualisierung, wie ich sie verstehe

    Aktualisieren eines Stoffes bedeutet nicht, die Fabel der Geschichte in die NS-Zeit zu verlegen, oder in ein Klo, oder in eine Irrenanstalt. Aktualisieren und „heutig" inszenieren bedeutet, die Figuren auf der Bühne so zu zeichnen, dass sie von „heutigen" Menschen verstanden werden. „Menschen aus Fleisch und Blut" für heutige Zuschauer. Wenn die Geschichte, die wir auf der Bühne erzählen und die Figuren, die wir zeichnen, für heutige Zuschauer plausibel und emotional nachvollziehbar sind, haben wir eine „heutige" aktuelle Inszenierung. Es braucht nicht eine spezifische Zeit, in der die Oper spielen muss. Die Inhalte der großen Texte der Kunstgeschichte sind im Wesentlichen zeitlos und deshalb vermeide ich es in meinen Inszenierungen, mich genau auf einen spezifischen Ort und eine spezifische Zeit festzulegen. Was zeitlos ist, bleibt. Deshalb spüre ich nicht dem kronos nach, sondern dem kairos: Kronos ist die Zeit der Horizontalen, der schrittweise sich fortbewegenden Zeit. Kairos ist die vollendete, wenn man so will „göttliche" Zeit der Vertikalen! Ich bin umgeben von Bergen aufgewachsen, die Vertikale ist Bestandteil meines Denkens.

    Was ich lese

    Ich lese, man wolle „das Publikum verunsichern und ihm die Gewissheiten nehmen". Das ist banal. Das können Wirtschaft und Politik viel besser als das Theater.

    Ich lese, man wolle „Konventionen zerstören". Und dann? Es ist das Wesen der Menschen, zu säen, aufzubauen. Creare, schöpfend erschaffen ist der göttliche Funke, der dem Menschen innewohnt. Zerstören ist banal, infantil, pubertär.

    Ich lese, man wolle „das Chaos der menschlichen Seele aufzeigen". Bedarf es dazu des Theaters? Als ob wir das nicht schon bemerkt hätten....

    Theater als Info-tainment

    Seit jeher ist das Theater der Ort der Magie und des Zaubers. Theater muss trotz aller schauspielerischer Plausibilität magisch und zauberhaft sein.

    Seit jeher ist das Theater der Ort der Phantasie. Die Phantasie der beteiligten Künstler kitzelt die Phantasie der Zuschauer. Was der Sänger vor seinem inneren Auge sieht, sieht der Zuschauer auch! Sieht der Sänger nichts, sieht auch der Zuschauer nichts.

    Seit jeher ist das Theater der Ort der Moral. Belehrung, Katharsis geschieht in einem unterhaltsamen Spannungsfeld. Theater (und also Oper) ist die Urform des Info-Tainments.

     

     

    (Auszüge aus einem längeren Artikel)

     

     

  • (Schweigkofler reminds us of) "Reinhold Messner, Luis Trenker, Giorgio Moroder or, going even further back in time, Andreas Hofer - men of vision, leaders of innovation. Following this thread, we inevitably arrive at Schweigkofler himself and at what he is doing for his city".
    Die Zeit 2.3.2008

 
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